Alexander Fufaev
Ich heiße Alexander FufaeV und hier schreibe ich über:

3. Juli 2024: Tablet per Sprache statt mit Fingern steuern. Besuch von Stefanie

3. Juli 2024. Heute bin ich gegen 10:00 Uhr morgens aufgestanden. Wahrscheinlich schlafe ich länger, weil die Gardinen und Jalousien über Nacht geschlossen sind. Meine Mutter macht das so damit Stefanie nicht in die Wohnung reinschauen kann in der Nacht.

Beim Frühstück ist mir aufgefallen, dass ich mein 14-Tage-Experiment, bei dem ich kein Brot esse, komplett vergessen habe. Stephanie hat mein Leben völlig durcheinandergebracht.

Nach dem Frühstück habe ich mir eine Tasse schwarzen Tee mit Hafermilch gemacht und darüber nachgedacht, wie ich auf dem Tablet schneller und effizienter arbeiten könnte. Der kleinere Bildschirm und das Fehlen einer externen Tastatur mit Trackpad reduzieren zwar deutlich das Gewicht im Rucksack, erschweren aber das Erledigen kleiner Aufgaben wie das Einfügen eines Kalendereintrags, eine Google-Suche oder das Arbeiten mit mehreren Browser-Tabs.

Dann kam mir endlich die Idee: Statt alles manuell am Tablet zu erledigen, kann ich eine Sprachsteuerung wie Siri verwenden. Ich habe Siri eingeschaltet und einige Sprachbefehle ausprobiert, die ich normalerweise manuell, also per Hand, erledigen würde:

  • „Mach WLAN aus.“
  • „Mach einen Screenshot.“
  • „Rechne zwei Pfund in Kilogramm um.“
  • „Ruf Person X an.“
  • „Stell einen Timer für 2 Minuten.“
  • „Erstelle einen Kalendereintrag für heute um 18:00 Uhr: Theoriestunde.“

So brauche ich nur auf den Knopf zu drücken und Siri einen Befehl zu geben, statt alles selbst zu erledigen. Das geht nicht nur schneller, sondern führt auch dazu, dass ich mich weniger auf den Bildschirm konzentrieren muss, was gesundheitlich wahrscheinlich vorteilhaft ist, insbesondere für die Augen. Jetzt geht es nur darum zu üben, das Tablett per Sprachsteuerung zu steuern.

Ich finde, dass es eine entscheidende Erkenntnis ist: Wenn man seine Technik weiter verkleinern will, muss man alle manuellen Tätigkeiten auf dem Display durch Sprachsteuerung ersetzen.

Zurzeit ist Siri nur ein persönlicher Assistent und ersetzt keine fortschrittliche künstliche Intelligenz wie ChatGPT. Wenn Apple irgendwann Siri mit einer KI wie ChatGPT kombiniert, kann ich mir vorstellen, dass es sogar möglich ist, produktiv zu sein, zum Beispiel Bücher auf einem noch kleineren Bildschirm wie einem Handy zu schreiben. Dann bräuchte ich nicht mal das Tablet und könnte allein mit dem Handy Bücher schreiben. Damit hätte ich nur ein einziges technisches Gerät, nämlich das Handy. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Ich bin erst mal froh, dass ich vom recht schweren Laptop auf das kompakte, leichtere Tablet umgestiegen bin. Und ich muss sagen, dass das Schreiben von Tagebucheinträgen mit Spracheingabe deutlich mehr Spaß macht, als auf der virtuellen Tastatur zu tippen. Dieser gesamte Tagebucheintrag wurde allein durch meine Spracheingabe erstellt. Ich musste ihn nur an einigen Stellen korrigieren und auf der Webseite veröffentlichen. Mehr nicht.

Als ich den Bus nehmen wollte, um nach Hildesheim zu meiner Theoriestunde zu fahren, kam der Bus gar nicht. Ich habe an der Haltestelle zehn Minuten gewartet, aber er kam einfach nicht. Im Busfahrplan stand nichts von einem Ausfall oder einer Verspätung. Gut, dachte ich, dann fällt heute die Theoriestunde aus. Also bin ich einfach nach Hause gegangen.

Ungefähr eine halbe Stunde später klingelt jemand an der Tür. Ich mache die Tür auf und sehe Stefanie.

„Na,“ begrüßt sie mich und geht die Treppe hinauf.

„Was machst du denn hier?“ frage ich lächelnd.

„Ich wollte dich kurz besuchen,“ erwidert sie.

Sie stand vor mir, in einem eleganten weißen Kleid mit schwarzen Mustern. Sie wirkte noch größer als ich mit ihren schicken schwarzen Schuhen mit Absätzen. Ihre roten Haare waren ordentlich nach hinten gekämmt.

„Wow, du siehst so gut aus,“ reagiere ich überrascht. „Das Kleid steht dir.“

„Danke,“ erwidert sie und erzählt, dass sie das heute schon von einem anderen Russen bei Rossmann als Kompliment bekommen hat.

Wenn Stefanie in der Klinik ist, macht sie sich so hübsch, dass ich sie kaum wiedererkenne, als wäre sie eine andere Persönlichkeit.

Ich darf Stefanie nicht reinlassen, also habe ich mit ihr vor der Tür gequatscht. Ein Mann, der als Masseur arbeitet, hat sie von Harsum nach Borsum mitgenommen, weil keine Busse um 20:00 Uhr fahren. Er hat vorgeschlagen, sie von ihm gratis massieren zu lassen. Sie hat höflich abgelehnt.

„Wir müssen fahren,“ ruft meine Mutter aus der Küche.

„Wohin wollt ihr fahren?“ fragt Stefanie mich.

„Keine Ahnung, wohin sie will,“ sage ich, obwohl mir bewusst ist, dass es eine Notlüge ist, um Stefanie schnell loszuwerden.

Eigentlich wollten wir vegane Mini-Pizzen essen, die meine Mutter gemacht hatte. Aber dann kam ja Stefanie dazwischen.

Ich habe ihr noch ein Glas Wasser gegeben, weil sie Durst hatte, und dann habe ich ihr gesagt, dass sie am besten wieder gehen soll, um unnötigen Stress zwischen mir und meiner Mutter zu vermeiden. Erstaunlicherweise hat sie das verstanden und ist dann tatsächlich gegangen.

Meine Mutter wartete bereits am Tisch. Sie war gar nicht erfreut, dass Stefanie wiedergekommen ist.

„Heute Nacht wird das Gleiche passieren. Sie wird wieder in der Nacht auf dem Balkon auftauchen,“ sagte meine Mutter, und ich merkte, dass der Stress in ihr aufkam.

„Ich hoffe nicht. Sie hat gesagt, dass sie wieder zurück in die Klinik fährt. Ich glaube ihr das.“

Und es war tatsächlich so. Heute Nacht konnte ich, abgesehen von dem nächtlichen Toilettengang meiner Mutter, ungestört im Wohnzimmer schlafen. Irgendwie fühlte sich das wie ein Schicksal an: Der Bus ist nicht gekommen, weil Stefanie um diese Uhrzeit gekommen ist. Ich wüsste auch nicht, was passiert wäre, wenn der Bus gekommen wäre und meine Mutter der Stefanie die Tür aufgemacht hätte…