Alexander Fufaev
Ich heiße Alexander FufaeV und hier schreibe ich über:

29. September 2023: Leben ohne Kühlschrank

29. September 2023. Auf der dünneren Matratze habe ich viel besser geschlafen und bin um 7 Uhr morgens ausgeruht aufgewacht. Deshalb werde ich die dickere Matratze auf jeden Fall verkaufen.

Als ich dann gegen 8 Uhr in der Bibliothek war, bin ich die Treppe hochgegangen und habe mich gefragt: Wie komme ich am schnellsten die Treppe hoch? Ich habe zwei Stufen ausgelassen und festgestellt, dass es schneller geht und anscheinend auch weniger anstrengend ist. Aber was passiert, wenn man noch mehr Stufen auslässt? Wird es dann noch schneller? Es ist sicher eine Herausforderung, drei Stufen auf der Bibliothekstreppe auszulassen, denn man muss flexibel sein. Und wie kommt man am schnellsten die Treppe hinunter? Nach dem Kaffee um 9 Uhr (leider habe ich nicht bis 10 Uhr gefastet) habe ich es auf dem Weg in die 4. Etage ausprobiert. Es scheint auch hier so zu sein, dass man schneller ist, wenn man die Stufen auslässt. Allerdings ist es gewöhnungsbedürftig, wenn man bisher noch nie Treppenstufen ausgelassen hat.

Nachdem ich im Café Kopi meinen veganen Bananenshake getrunken und Linas Buch gelesen hatte, ging ich zu Fuß nach Hause. Nach weiteren Recherchen beschloss ich, weder Kühlschrank noch Geschirrspüler zu benutzen.

Während ich ein Bild zum Gaußschen Integralsatz zeichne, frage ich mich: Wie wäre die Gesellschaft ohne Geld? Wenn alles für alle umsonst wäre. Die Menschen würden ehrenamtlich arbeiten. Plötzlich kommt mir Open Source in den Sinn. Menschen programmieren ehrenamtlich und ich kann Drupal umsonst benutzen. Vielleicht sollte ich mehr Open-Source-Software verwenden? Zum Beispiel statt Illustrator eine Open-Source-Alternative? Oder LibreOffice statt Microsoft Word? Ich schreibe mir die Idee direkt auf.

Meine dicke Matratze wurde für 20 Euro abgeholt. Der Typ sprach Englisch und meinte, er fände meinen YouTube-Kanal cool. Ich bedankte mich.

Danach habe ich mir Inkscape als Alternative zu Illustrator, LibreOffice und Davinci Resolve heruntergeladen, um es zu lernen. Sobald ich damit arbeiten kann, brauche ich keine kostenpflichtige Software mehr.

Als sich mein Laptop um 21 Uhr ausschaltete, kam mir die Idee, den weißen Bezug von der Matratze zu entfernen. Schließlich schlafe ich auf meinem schwarzen Bettlaken. Den weißen Bezug brauche ich nicht. Ich habe ihn bei eBay-Kleinanzeigen angeboten. Dort nehmen die Leute alles, wenn es umsonst ist.

Ein anderer Gedanke kam mir heute: Leben ohne Haftpflichtversicherung? Ist das nicht ein Geschäft mit der Angst? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich einen Sach- oder Personenschaden erleide? Haben die Leute in anderen Ländern auch eine Haftpflichtversicherung? Schließlich besitze ich keine Gegenstände oder Elektrogeräte, mit denen ich etwas kaputt machen könnte. Als Rohveganer würde ich kein Feuer (Herd) benutzen. Ich fahre auch kein Auto oder Motorrad, mit dem ich Menschen oder Sachen überfahren könnte. Wie könnte ich mit meinem Besitz und meinem Lebensstil überhaupt einen großen, unbezahlbaren Schaden anrichten? Der Verzicht auf eine Haftpflichtversicherung würde vielleicht sogar mein Verhalten ändern, so dass ich vorsichtiger mit Dingen umgehe und durch mein Verhalten niemanden gefährde. Aber ich traue mich nicht. Die Angst vor einem Leben ohne Haftpflichtversicherung ist mir im Moment zu groß.


Lebensupgrades: Ich besitze keinen Kühlschrank mehr und benutze sie auch nicht in der WG.