Alexander Fufaev
Ich heiße Alexander FufaeV und hier schreibe ich über:

2. November 2023: Leben ohne Kleiderschrank und meine Lügenangewohnheit

2. November 2023. Ich habe eindeutig länger geschlafen, denn ich hörte die Wohnungstür dreimal zufallen und es war heller als sonst. Wahrscheinlich, weil ich gestern die Downtime kurz ausgeschaltet habe, um länger am Laptop über Körpersprache zu lesen und auch spät Salat gegessen habe. Ich hatte geträumt, dass Iraner und Usbeken gleich sind.

Als ich mein Mittagessen aus der Küche holte, war es schon zehn vor zehn. Wie immer fuhr ich mit dem Bus zur Bibliothek. Vierter Stock.

Um halb elf ging ich einen Kaffee trinken. Es war verdammt windig und ich war der einzige, der draußen war. Wenn der Wind blies und die goldenen Blätter aufwirbelte, fühlte ich mich wie ein Windbändiger. In diesem Moment kam mir auch der Gedanke: Welchen minimalistischen Endzustand strebe ich eigentlich an? Mein Ziel ist es, von so wenig Dingen wie möglich abhängig zu sein. Aber dieses Ziel war irgendwie offen und nicht wirklich greifbar. Ich habe es in meinem Kopf anders formuliert: Mein minimalistisches Ziel ist, dass mein ganzer Besitz in meinen Rucksack passt. Dann kann ich meinen täglichen Fokus vom Minimalismus auf ein anderes Ziel lenken und Minimalismus nebenbei betreiben, wenn mir eine geniale Idee kommt, wie ich meinen Besitz noch weiter minimieren kann.

Mit diesem umformulierten Ziel müsste ich dann auf jeden Fall meine Garderobenstangen loswerden. Aber wie soll ich dann meine Wäsche zum Trocknen aufhängen? Eigentlich kein Problem. Dafür gibt es ja meine Heizung, den Heizkörper im Bad und natürlich die Wäscheleine draußen. Die trockene Wäsche wird dann einfach zusammengelegt und im Zimmer auf dem Boden aufbewahrt. So könnte ich auch die Anzahl der Kleiderbügel deutlich reduzieren oder ganz weglassen. Und dann blieb ich nur noch mein Bett, um das Endziel des Minimalismus zu erreichen.

Um 12 Uhr ging ich in die Mensa, um meinen Salat aus Rucola, Mais, grünen Sojabohnen, Gurke und Paprika mit Leinsamen zu essen.

In der Kaffeepause ist mir auch aufgefallen, dass ich in mancher Hinsicht ein gewohnheitsmäßiger Lügner bin, z.B. was die Finanzen angeht. Zum Beispiel habe ich neulich zu Robert gesagt, dass ich mit meiner Lebensgeschichte 200 Euro im Monat verdiene, obwohl ich höchstens 10 Euro im Monat verdiene. Warum mache ich das? Aber auch bei anderen Themen lüge ich manchmal, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Das ist eine sehr schlechte Angewohnheit, die ich mir DRINGEND abgewöhnen muss. Gut, dass mir das jetzt bewusst geworden ist.

Eine andere komische Angewohnheit ist, dass ich, wenn ich einen Korb bekomme oder von einer Frau ignoriert werde, entsteht Wut in mir und ich »bestrafe« sie, indem ich mir einen runterhole und mir vorstelle, wie ich die Frau ficke. Das löst zwar meine Wut. Aber das fühlt sich falsch an.

Um 17 Uhr war ich zu Hause, habe mir für morgen einen Salat aus Linsen, Mais, Rucola und Leinsamen zubereitet und auch etwas davon gegessen. Dann setzte ich um, was ich mir für heute vorgenommen hatte. Ich wagte den Schritt und verschenkte die Teleskop-Kleiderstange mit 4 Kleiderbügeln. Drei Kleiderbügel behalte ich für den Fall, dass ich Probleme mit dem Trocknen der Wäsche bekomme, weil ich z.B. nicht genug Platz habe. Jetzt lege ich meine Wäsche einfach auf den Boden.


Learning: Ich habe mein minimalistisches Endziel formuliert: Mein Besitz passt in einen Rucksack und an meinen Körper.

Mikroveränderungen:

  1. Ich habe meine teleskopische Kleiderstange verschenkt. Damit besitze ich keine Kleidermöbel mehr. Ich lagere meine Wäsche einfach auf dem Boden.
  2. Kleiderbügel von 7 auf 3 reduziert.