Alexander Fufaev
Ich heiße Alexander FufaeV und hier schreibe ich über:

15. Juni 2024: Der heutige Tag ist eine Mischung aus Shutter Island und Catch me if you can

15. Juni 2024. Ich wache plötzlich auf und höre Geräusche, die aus einem anderen Zimmer zu kommen scheinen. Ich schaue auf die Uhr. Es ist vier Uhr morgens. Ich hole meine Schere aus dem Rucksack, klappe sie auf und nehme sie zwischen Mittel- und Zeigefinger, als hätte ich eine Klaue wie Wolverine. Langsam öffne ich die Zimmertür und schleiche hinaus. Ohne Licht anzumachen, gehe ich durch die Dunkelheit den Flur entlang. Links schaue ich in die Küche. Plötzlich höre ich wieder dumpfe Geräusche, die von rechts zu kommen scheinen. Vorsichtig wende ich mich nach rechts ins Wohnzimmer. Ich sehe bereits von Weitem, dass am Balkon etwas passiert sein muss. Etwas lag auf dem Boden herum. Ich sah eine Hand durch das Gitter des Balkons greifen. Ich bekam Angst und rief die Polizei an. Sie schicken einen Streifenwagen vorbei.

Schleichend nähere ich mich dem Balkon. Ich öffne die Balkontür und sehe, dass die Blumenbeete auf dem Boden des Balkons verstreut und verwüstet sind. Auch eine runde Leuchte, die normalerweise vor dem Balkon unter den Büschen platziert ist, liegt zerbrochen ebenfalls auf dem Balkon. Zerstörung auf dem Balkon

„Alter! Was ist denn hier passiert“, schaue ich mir die Verwüstung an und sehe Stefanie neben dem Balkon im verschmutzten weißen Kleid stehen und mit beiden Händen das Metallgitter umklammernd. Ich sah auch das Hochbeet, in dem Mama Kürbisse und ein Gemüse angepflanzt hat, umgekippt, neben dem Balkon liegen. Die Kürbisse sind nirgendwo zu sehen.

„Alexander? Warum machst du mir nicht auf?“, fragt Stefanie mit weit aufgerissenen Augen, als würde sie einen Geist sehen. Sie steht neben dem Balkon und sieht ziemlich fertig aus. Sie sieht irgendwie psychotisch aus und macht mir etwas Angst.

„Weil ich geschlafen habe und die Klingel scheinbar nicht gehört habe!“

„Meine Mutter wird mich dafür umbringen, wenn sie das sieht…“, reagiere ich fassungslos.

„Ey Alexander… Darauf habe ich echt keinen Bock. Mir ist kalt und ich bin verletzt“, sagt sie plötzlich irritiert.

„Wo warst du die ganze Nacht?“, frage ich sie.

„Das geht dich doch nichts an!“

„Natürlich geht mich das was an. Ich habe bis spät in die Nacht auf dich gewartet. Du warst einfach verschwunden.“

„Ich habe eher auf dich gewartet. Ich war im Laden und habe gewartet, bis du kommst.“

Ich ging zu ihr runter in den Garten. Mit der Gartenhacke grub sie die Erde unter dem Johannisbeerstrauch wütend um. Sie ließ sich nicht beruhigen. Mir wurde alles zu viel. Dann kam endlich die Polizei.

Ein Polizist und eine Polizistin kamen und fragten, was los sei. Sie nahmen uns einzeln ins Verhör, und ich musste die Geschichte, die ich am Telefon den anderen Polizisten erzählt hatte, noch einmal wiederholen. Stefanie nahmen sie nicht mit, da sie offenbar keine Eigen- oder Fremdgefährdung darstellte. Sie boten mir an, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zu erstatten, was ich jedoch ablehnte. Ich hatte ein wenig Mitleid mit Stefanie und dachte, dass sie das Hochbeet und die Blumentöpfe nicht absichtlich verwüstet hatte. Die Polizisten haben Stephanie gebeten, das Grundstück zu verlassen und das hat sie auch getan. Erstmal.

Stefanie hat auch irgendein Fahrrad in den Hof hinter dem Haus gestellt, ich weiß nicht, wo das herkommt.

Gegen 7:00 Uhr morgens klingelt jemand mehrmals an der Tür. Ich mache die Tür auf, doch niemand ist da. Ich laufe zum Balkon und sehe, dass Stephanie wieder im Garten herum gräbt. Ich rufe wieder die Polizei.

Während ich auf die Polizei gewartet habe, habe ich versucht, mit ihr zu reden, aber es war unmöglich. Ich schweige und weine.

„Was weinst du hier rum? Hast du Jule auch so behandelt? Kein Wunder, dass sie von dir weggelaufen ist.“, sagte sie ganz kalt und legt zwei tote Schwalbenbabys in einer Grube, die sie davor gegraben hat.

Ihre Worte klingen, als würde der Teufel höchstpersönlich durch sie sprechen. Ich spüre eine starke negative Energie um sie herum. Ich hatte ein ähnlich unheimliches Gefühl in mir, das immer bei mir entsteht, wenn ich einen Horrorfilm über eine besessene Person anschaue, und weiß, dass die Person besessen ist. Da fällt mir zum Beispiel der Film der Exorzismus von Emily Rose ein.

Ich stelle mich ans Feld und frage mich: „Was soll ich tun, Gott?“ Es fängt an zu regnen. Mir kommt plötzlich die Pikdame in den Sinn.

„Ja, ruf doch die Polizei. Ich bin ja psychisch krank.“, sagt sie.

Die Polizisten sind gekommen. Ein Mann und eine Frau. Sie sind deutlich empathischer. nachdem sie uns wieder vernommen haben und ich die gleiche Geschichte zum dritten Mal erzählen musste, haben die beiden Polizisten mit mir gesprochen. Als sie dann fertig waren und sich umgeschaut haben, war Stefanie bereits verschwunden.

Gegen 8 Uhr, nachdem der zweite Streifenwagen weggefahren war, fiel ich im Wohnzimmer auf die Knie und weinte.

Gegen 10 Uhr rief mich meine Mutter an. Ich erzählte ihr alles, und sie rastete völlig aus, beruhigte sich aber wieder, nachdem ich versprochen hatte, ihren Wunsch zu erfüllen: eine Lohnarbeit zu suchen und eine eigene Wohnung, keine WG. So konnte ich sie wenigstens beruhigen.

Ich hatte versagt. Ich sagte Stefanie, dass ich sie nicht im Stich lassen würde, und jetzt hatte ich es doch getan. Der Regen hörte auf und die Sonne kam aus den dunklen Wolken hervor.

Es regnete später wieder stark und war windig. Der Himmel war komplett mit dunklen Wolken bedeckt. Ich wusch die Sofabezüge, auf die Stefanie gepinkelt hatte, und räumte die Scherben auf dem Balkon auf. Der Blumenstrauß, den sie für meine Mutter gesammelt hatte, lag auf der Fensterbank.

Es brach mir das Herz, dass ich keinen Zugang mit Worten zu ihr gefunden hatte. Aber wenn sie mich wirklich liebt, wird sie trotz der Krankheit erkennen, dass sie in die Klinik muss. Für sie fühlt es sich bestimmt so an, als würde ich einer gesunden Person sagen, sie müsse Drogen nehmen. Natürlich wird sie das nicht wollen. Nur wenn unsere Liebe stark genug ist, wird sie das erkennen. Und ich hoffe sehr, dass meine Liebe stärker ist als die Krankheit. Die Sonne kam heraus, die dunklen Wolken zogen vorüber. Sprechen mit Gott am Feld

Beim Spaziergang barfuß durch die Felder flüsterte ich: „Warum lehnt sie Gott vehement ab?“

Ich sprach zum Vater: „Vater, befreie Stefanie von dem Bösen, heile sie. Vergib mir, vergib meine Sünden und Stefanies Sünden. Wir sind deine Kinder und brauchen deine Hilfe.“

Während des Spaziergangs merkte ich, wie es mir besser ging. Gott hatte mich gehört. „Ich muss in die Kirche gehen und für Stefanie beten,“ hörte ich als innere Stimme. „Ich muss aufhören, wahllos Frauen anzusprechen.“

Nach dem Spaziergang ging es mir besser. Sobald ich die Wohnung in Borsum wieder betrat, spürte ich jedoch eine negative Energie im Raum. Diese Wohnung tat mir nicht gut.

Meine Mutter war zurückgekommen und war wieder ausgerastet, danach weinte sie. Es gab Streit mit Julien. Laut ihr waren Stefanie und ich schuld daran, dass sie mal wieder stritten.

Stefanies Betreuer hat sich gemeldet und angekündigt, meine Sachverhaltsschilderung an das Gericht weiterzuleiten.

Ich überredete Mutter, barfuß spazieren zu gehen. Sie schaffte es sofort, die Route barfuß zu laufen, die ich beim ersten Mal gewählt hatte. Wir sprachen über ihre Beziehung. Barfuß spazieren mit Mama

„Man kann den Menschen nicht verändern. Man kann nur ein Vorbild für ihn sein“, sagte ich.

Wir sprachen auch über Stefanie, über Gott und übernatürliche Kräfte.

„Kann ich Stefanie für einen Ausflug mitnehmen, wenn sie in der geschlossenen Anstalt ist?“

„Nein“, antwortete Mama, „sie kann nur dort bleiben.“

Diese Aussage machte mich etwas traurig. Am Ende des Spaziergangs erkannte Mama, dass ein Mensch, egal ob krank oder nicht, wichtiger ist als die kaputte Gartenlampe und das umgekippte Hochbeet.

Zuhause angekommen, spürte ich sofort die negative Energie in mir. Ein schweres Gemüt überkam mich, insbesondere jetzt, während die Sonne untergeht und es dunkler wird.

Am Abend. Julien und ich gucken EM. Mama kommt ins Wohnzimmer.

"Die Decke ist verschwunden", sagt sie.

Irgendwie dachte ich, dass es Stefanie sein könnte. Ich gehe raus und gehe hinter das Haus. Plötzlich sehe ich die Bettdecke auf dem Fahrradsitz liegen, auf einem Fahrrad, das uns nicht gehört. ich schaue aus Neugier in die andere Hausecke, wo die Balkone sind, was mich sprachlos macht.

Stefanie sitzt unter dem Balkon in einer tiefen Grube und versucht, sich zu begraben.

Ich fasse es nicht. Ich gehe auf sie zu und setze mich neben ihr.

“Stefanie? Was machst du hier? Wenn dich meine Mutter sieht, wird sie ausrasten“

Meine Mutter und Julien haben das scheinbar gehört und sind auf den Balkon gegangen. Ich schaue nach oben und sehe, wie die beiden mich mit starrendem Blick ansehen.

„Verschwinde! sonst rufen wir die Polizei“, sag Julien und geht wieder rein.

Stefanie tut mir leid, wie sie da die Erde umgegraben hat. In ihrem Gesicht sah ich die tiefe Traurigkeit.

Stefanie kommt unter dem Balkon hervor und geht weg. Ich schaue ihr nur hinterher und bekomme ein sehr schlechtes Gewissen. Es tut so weh, sie abzulehnen und ihr kein Zuhause anbieten zu können. Aber es geht nicht anders. Es ist nicht meine Wohnung, sondern die meiner Mutter. Meine Mutter hat solche Angst bekommen, dass sie Stefanie wahrscheinlich nie wieder ins Haus lassen wird.

Julien und ich beschließen Stefanie zu suchen. Wir gehen zuerst zu Chris. Er ist nicht da. Ich tippe auf »Chris« auf meinem Smartphone und bekomme Lina, meine Mitbewohnerin. Was??? Stefanie hat alle meine Nummern und Namen vertauscht.

Wir fragen zwei junge Frauen mit Kindern und zeigen ihnen das Bild von Stefanie. Sie sagen, sie hätten Stefanie gegen 18 Uhr im Schuppen von Florian gesehen, der gegenüber von Chris wohnt. Wir fragen weitere Frauen, aber sie haben Stefanie nicht gesehen.

Wir gehen zurück nach Hause. Irgendetwas überkommt mich, und ich sage: „Ich schaue mal bei der Kirche vorbei.“

Vor dem Friedhof entdecke ich Stefanie, die mit einer Gießkanne Wasser aus dem Brunnen schöpft und den Weg entlang des Friedhofs begießt. Sie bemerkt mich. Langsam gehe ich auf sie zu. Sie gießt weiter.

„Was willst du hier? Was willst du mit einer Psychopathin? Ich gehöre doch in die Klapse.“, sagt sie.

Wir schauen uns kurz an. Ich versuche, ihre Hand zu nehmen.

„Fass mich bitte nicht an,“ sagt sie und geht zu einer Bank, auf die sie sich setzt. Ich setze mich neben sie.

„Warum hast du zweimal die Polizei gerufen? Habe ich etwas verbrochen?“

“Nein, natürlich nicht.“

Sie holt einen Autoschlüssel und einen Schlüsselbund aus ihrer Tasche.

„Wo hast du denn den Autoschlüssel her und was ist das für ein Schlüsselbund?“, frage ich sie, wohl wissend, dass sie weder ein Auto besitzt noch irgendwelche Schlüssel haben sollte.

„Die Schlüssel sind von Florian. Er hat sie mir gegeben, damit ich sein Fahrrad ausleihen kann,“ erklärt sie, aber ich glaube ihr kein Wort.

„Und die Autoschlüssel?“, frage ich weiter.

Sie bemerkt das Licht einer Taschenlampe, das auf uns gerichtet ist. Sie schaut über meine Schulter. Ich drehe mich um und sehe, dass es die Polizei mit Julien ist. Stefanie läuft weg.

„Stefanie, warte!“, rufe ich und versuche, sie an ihrem Pullover festzuhalten.

"Bleiben Sie beide stehen," rief die Polizei. Ich bleibe stehen. Stefanie ändert ihr Lauftempo in ein gemächliches Gehen, während sie um die Ecke biegt. Die Polizisten holen uns ein. Sie setzt sich auf den Bordstein.

“Was ist hier passiert?”, fragt einer der beiden Polizisten, der außer Atem war.

Stefanie fängt an zu reden und man merkt direkt wie sie mit der Sprache die Polizisten manipuliert. trotz der Autoschlüssel und den Schlüsselbunds, Haben Sie Stephanie nicht festgenommen, sondern sogar kostenlos nach Sarstedt gebracht, damit sie von da aus nach Hannover fahren kann.

Als sich Stefanie in das Polizeiauto setzte und mit der Polizei davonfuhr, schauten wir uns an. Ich winkte ihr noch zu.

Auf dem Weg nach Hause habe ich geweint, Weil es sich so angefüllt hat, als hätte ich Stefanie verraten. Julien hat mich in den Arm genommen.

Zu Hause erzählten wir meiner Mutter alles. Julien saß genau auf der Stelle des Sofas, auf die Stefanie in der Nacht gepinkelt hatte. Als er aufstand, um ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen, bemerkte Oxana einen nassen Fleck auf dem Sofa, wo Julien vorhin gesessen hatte.

„Julien, hast du in die Hose gepinkelt?“, fragte meine Mutter grinsend.

„Was? Wie kommst du darauf?“, antwortete er und schaute sich von hinten an. „Warum ist hier ein Fleck?“, wunderte sich Julien.

Er kam zu uns, und wir schauten uns seine Hose von hinten an. Er hatte eine feuchte Stelle im Bereich des Beckens.

Ich musste lachen, weil meine Mutter tatsächlich dachte, dass Julien in die Hose gepinkelt hatte. Dabei wusste ich, dass es eigentlich Stefanie war, die auf das Sofa gepinkelt hatte. Ich hatte es nicht verraten, weil ich dachte, ich hätte die Pisse vollständig beseitigt. Scheinbar kam ein Teil davon heraus, wenn man auf dem Schaumstoffmaterial saß.

„Es riecht nach Pippi“, sagte meine Mutter, nachdem sie ihre Nase in das Sofa gesteckt hatte.

Es roch tatsächlich nach einer Mischung aus Pippi und Glasreiniger. Den Glasreiniger hatte ich benutzt, weil der Alkohol darin zumindest kurzzeitig den Geruch neutralisierte.

Irgendwann fanden sie doch heraus, dass es Stefanie gewesen sein musste, weil ich ihnen gesagt hatte, dass sie hier auf dem Sofa übernachtet hatte. Oxana war gut drauf und machte den Urin weg. Sie hatte richtig Mitleid mit Stefanie. Die Laune meiner Mutter war echt unberechenbar.

Wir tranken zusammen ein Gläschen Wein, um den ganzen Stress zu verarbeiten. Es war schon spät, und im Hintergrund lief der Film „Eis am Stiel“.

Stefanie hat mich angerufen vom Handy ihres Ex. Sie sagt sie geht ins Dax. Okay, mach das vielleicht triffst du ja Jimmy. Dann ruft sie nochmal. Ich übernachte hier auf dem Sofa bei Andi.