Alexander Fufaev
Ich heiße Alexander FufaeV und hier schreibe ich über:

1. Oktober 2023: Bewusst langsam essen

1. Oktober 2023. Ich bin in Borsum. Als ich um 8 Uhr morgens aufwachte, hatte ich immer noch Sodbrennen, aber nicht mehr so stark. Mein Ohrläppchen tut weh, wenn ich darauf drücke, wahrscheinlich weil ich heute auf dem Kopfkissen geschlafen habe. Diese Ohrläppchenschmerzen am Morgen hatte ich öfter, als ich noch ein normales Bett und ein normales Kissen hatte. Seitdem ich ohne Kissen auf dem Boden schlafe, habe ich diese Ohrläppchenschmerzen nicht mehr.

Nach dem Aufwachen blieb ich auf dem Sofa liegen. Aus Langeweile habe ich Bumble wieder installiert und war neugierig, wie meine neuen professionellen Fotos ohne Brille und ganz in Schwarz auf die Frauenwelt in Bumble wirken würden. Außerdem habe ich mein Swipe-Verhalten geändert: Ich habe nicht mehr verzweifelt alle Frauen nach rechts geswiped, sondern fast alle nach links. Nur die, die ich wirklich mochte, habe ich nach rechts geswiped. Ich wollte nicht mehr mit der erstbesten Übereinstimmung schreiben. Mir ist wichtig, dass sie möglichst vegan lebt, keine Fotos mit Sonnenbrille oder Bierflasche hat, möglichst nicht raucht und am besten wie eine Ökotante aussieht. Sie sollte zerzauste Haare oder Dreadlocks haben und Yoga machen.

Während ich Paprika, Gurken, Salat und Karotten für mein Frühstück schnippelte, kam mir der Gedanke, dass ich nach einem Stück Paprika viel zu schnell esse. Besonders wenn ich nebenbei etwas auf YouTube anschaue, esse ich sehr schnell und kann meinen Hunger kaum stillen. Deshalb habe ich mich intensiver mit dem langsamen Essen beschäftigt und gelernt, dass das Sättigungsgefühl etwa 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit eintritt. Ich kann also innerhalb von 20 Minuten so viel Essen in mich hineinstopfen, ohne satt zu werden. Deshalb werde ich heute bewusst langsamer essen. Einer der Vorteile des langsamen Essens ist ein geringerer Energieverbrauch, denn die Verdauung verbraucht mehr Energie als das gründliche Kauen. Und wenn ich langsam esse, fühle ich mich nach dem Essen weniger voll, weil ich das Sättigungsgefühl rechtzeitig spüre.

Während ich mein Frühstück langsam aß, kamen mir Regeln in den Sinn, die mir halfen, langsamer zu essen:

  1. Bewusst langsamer kauen,
  2. den Löffel langsamer zum Mund führen,
  3. erst schlucken, wenn alle großen Bissen zu Brei geworden sind,
  4. den nächsten Löffel erst nehmen, wenn ich den vorherigen Bissen geschluckt habe.

    Zum Spaß habe ich gezählt, wie oft ich eine Karotte gekaut habe: 32 Mal, bevor ich sie geschluckt habe. Dann aß ich langsam ein Duplo und einen Keks. Nach dem ersten Keks wollte ich keinen mehr, weil ich einen leichten Muskelkater im Gebiss spürte. Der Keks schmeckte immer weniger, je länger ich ihn kaute.

    Mir sind noch andere Dinge eingefallen, um bewusster zu essen. Ich sollte bewusst am Essen riechen und die verschiedenen Gerüche wahrnehmen. Ich sollte beim Essen nichts sehen und nichts hören. Ich bin gespannt, ob das bei mir klappt, denn YouTube schauen und gleichzeitig essen ist eine eingefahrene Gewohnheit. Ich sollte auch die Konsistenz des Essens und die Geräusche beim Kauen wahrnehmen. Sobald meine Gedanken abschweifen, muss ich meine Aufmerksamkeit sofort wieder auf das Essen richten. Die Nahrungsaufnahme wird gleichzeitig zur Meditation.

    Um 12.30 Uhr habe ich ein kurzes Nickerchen gemacht. Als ich um 14 Uhr aufwachte, fühlte ich mich niedergeschlagen und energielos. Ich nahm eine kalte Dusche und war wach und voller Energie. Dann habe ich eine Herausforderung für den ganzen Oktober gestartet: Ich werde einen Monat lang keinen Kaffee trinken.

    Danach bin ich barfuß gelaufen und kurz vor der Haustür auf etwas im Gras getreten, das mich in die Sohle gestochen hat. Es tat höllisch weh, etwa eine halbe Stunde lang. Dann ließ der Schmerz nach. Die Einstichstelle und die Umgebung waren gerötet und stark geschwollen. Es war wohl eine Wespe.

    Dascha und Tobi kamen um 18 Uhr vorbei. Mama holte Apfelkuchen vom Bäcker. Wir haben zu Abend gegessen und danach den Kuchen. Tobi und Mama tranken Kaffee, ich trank Dinkelkaffee und verzichtete heute auf Koffein.

    Dascha und Tobi sind ins Kino gegangen. Sie wollten mit Freunden den Horrorfilm »The Nun II« sehen. Ich wollte nicht mitkommen, weil es dann spät geworden wäre und ich wahrscheinlich durch den leckeren Geruch von Popcorn und Softdrinks in Versuchung geraten wäre, noch etwas zu kaufen. Ich wollte nicht so spät noch etwas essen und Softdrinks trinken.